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Geschichtstafel

1703: Vollendung der Heilig-Geist-Kirche; Bischof Johann Martin von Eyb (1697 bis 1704) wendet 62.000 Gulden zur Wiederherstellung des von den Schweden gänzlich zerstörten Gebäudes auf; Pläne von Jakob Engel. Durch Verschulden des Maurermeisters Hans Schönhuber stürzte 1701 das Gewölbe der Kiche ein, wobei drei Personen verunglückten.

1704: Die Stadt feiert am 5. Juli ein Dankfest in der Stadtpfarrkirche dafür, dass Eichstätt im spanischen Erbfolgkrieg (1701 bis 1714) trotz akuter Bedrohung vor größeren Kriegsschäden bewahrt blieb. Dies wird dem Beistand des heiligen Franz Xaver zugeschrieben, der fortan nach Willibald und Walburga zum weiteren Stadtpatron erwählt wird. Seither findet alljährlich am Xaveriustag (3. Dezember) ein Dankgottesdienst statt. Eine Votivtafel in der Schutzengelkirche bekundet diese Angelobung.

1708: Thurn- und Taxis´sche Post in Eichstätt, seit 1808 staatlich.

1711: Gründung des Augustinerinnenklosters Notre Dame du Sacré Coeur mit Mädchenvolksschule und Pensionat; es hat Bestand bis 1809. In den Gebäuden einschließlich der ehemaligen Klosterkirche ist jetzt das Informationszentrum des Naturparks Altmühltal.

1713: Beginn der Umgestaltung der Dominikanerkirche im Barockstil.

1714 bis 1732: In Rebdorf entstehen die barocken Klostergebäude;

1732 bis 1734: Barockisierung der Kirche.

1716: Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli wirkt in Eichstätt bis 1747. Ihm sind Eichstätts schönste Barockbauten zu verdanken.

1717: Ausschmückung der Schutzengelkirche mit Stuckaturen und Deckengemälden; 1721 neue Kanzel, 1739 Hochaltar (Stiftung des Bischofs Johann Anton II. Freiherr von Freyberg).

1718: Barocke Westfassade des Doms.

1735: Bau der Sommerresidenz, jetzt Verwaltungsgebäude der Katholischen Universität.

1745: Tausend-Jahr-Feier der Diözese.

1750: Mauritio Pedetti wirkt als Hofbaudirektor in Eichstätt bis 1799.

1758: Baubeginn am Waisenhaus in der Ostenstraße, jetzt Kollegiengebäude der Universität. Im selben Jahr Verbot des Brauchs des "Osterlichts": Unter Anzünden eines Lichtes wurde dabei am Karsamstag Bettelei und Wahrsagerei getrieben. Ferner wird das Adam- und Eva-Spiel verboten, das die Austreibung aus dem Paradies vorstellte und zwischen Weihnachten und Ostern von vermummten Personen beiderlei Geschlechts öffentlich aufgeführt wurde. 1766 erfolgte auch das Verbot der theatralischen Beigaben bei Karfreitagsprozessionen, wogegen die Bürger heftig protestierten, weil dadurch die ganze Schönheit aufhöre und außerdem das Nahrungsgewerbe darunter leide. 1768 wird ein anderer abergläubischer Brauch abgeschafft: Es war bis dahin üblich, neugeborene Kinder, die ohne getauft zu sein verstarben, an Wallfahrtsorten herumzutragen, angeblich, um sie zu Taufe wieder lebensfähig zu machen.

1760: Großes Fisch- und Krebssterben in der Atlmühl.

1768 / 1777: Der schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts begonnene und in mehreren Bauabschnitten erfolgte Bau der Residenz wird mit dem Bau des repräsentativen Treppenhauses und des Spiegelssales (1768) und der Errichtung des Marienbrunnens mit der 19 Meter hohen Mariensäule (1777) abgeschlossen.

  

1784: Gründung einer Brandversicherungsanstalt.

1786: Errichtung eines Arbeitshauses und eines Armeninstitus.

1791: Das Eichstätter Intelligenzblatt wird als erste Eichstätter Zeitung gegründet (erstmaliges Erscheinen am 2. April).

1792 bis 1805: Während der Koalitionskriege Truppendurchzüge und Plünderungen in der Stadt; 1795 wird Eichstätt Hauptfeldspital der österreichischen Armee. 2.000 Kranke waren zu vesorgen, von denen ungefähr 300 starben. 1800 ist General Dominique Joba in Eichstätt, der am 16. Juli Kloster Rebdorf ausplündert; die Eichstätter nennen ihn "General Schiebein".

 

1794: Weil sich die nächtlichen Einbrüche häufen, wird angeordnet, dass jedermann von nachts 10 Uhr bis früh 4 Uhr auch bei Mondschein nur mit einer stark leuchtenden Laterne die Straße betreten darf.

 

1802: Das Hochstift Eichstätt wird im Zuge der Säkularisation von Bayern in Besitz genommen.

 

1803: Das Untere Hochstift gelangt in den Besitz des Erzherzogs Ferdinand, Großherzog von Toskana, Kurfürst von Salzburg.

 

1806: Das Fürstentum Eichstätt kommt an Bayern; das Domkapitel, die Stifte und Klöster werden aufgehoben.

 

1807: Das Gymnasium Eichstätt wird in eine höhere Bürgerschule umgewandelt, 1808 bis 1843 stufenweise zur humanistischen Studienanstalt ausgebaut, seit 1965 Willibald-Gymnasium.

 

1817: Konkordat mit dem Pabst, Neuorganisation der Bistümer, Eichstätt kommt zur Kirchenprovinz Bamberg. Der Eichstätter Bischof Josef Graf von Stubenberg (1790 bis 1824) wird zugleich Erzbischof von Bamberg. Das Eichstätter Domkapitel wird 1821 wieder hergestellt.

 

1817 bis 1833: Fürstentum Eicshtätt der Herzöge von Leuchtenberg unter bayerischer Oberhoheit; 1817/24 Eugen von Leuchtenberg Fürst von Eichstätt; 1833 verkauft Herzog August von Leuchtenberg, Prinz von Portugal (gestorben 1835) die Herrschaftsrechte an den Staat.

 

1835: Kloster St. Walburg, bei der Säkularisation aufgehoben und zum Aussterben verurteilt, aber noch besiedelt, wird wieder hergestellt. 1910 zur Abtei erhoben.

 

1835 bis 1956: Schullehrerseminar Eichstätt, ab 1880 Lehrerbildungsanstalt, ab 1954 Institut für Lehrerbildung, ab 1953 mit Deutschem Gymnasium, 1965 Musisches Gymnasium "Gabrieli-Gymnasium" mit Schülerheim.

 

1838 bis 1871: Eichstätt Sitz des Appellationsgerichts für Mittelfranken.

 

1943 bis 1971: Bischöfliches Lyzeum, bis 1950 in enger Verbindung mit dem 1838 erneuerten Bischöflichen Seminar, seit 1924 Bischöfliche Philopohisch-Theologische Hochschule, 1970 bis 1972 Kirchliche Theologische Hochschule in Bayern, Sitz Eichstätt. Die Schule erlangte überregionale Bedeutung während des Kulturkampfes, in der NS-Zeit und nach dem Zweiten Weltkrieg.

 

1849: Evangelisch-lutherisches Pfarrvikariat in Eichstätt, 1864 Pfarrei, 1886/87 Kirche von August Thiersch erbaut.

 

1857 bis 1944: Eichstätt ist Sitz eines Bezirksgerichts, 1879 umbenannt in Landgericht.

 

1862: Gründung des Turnvereins Eichstätt, gleichzeitig Errichtung einer Turn-Feuerwehr. 1863/64 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, März 1864: 137 Mitglieder.

 

1863: Gründung des Eichstätter Gaswerks.

 

1869: Gründung des Institus der Englischen Fräulein in Eichstätt, das verschiedene Mädchenschulen betreibt.

 

1870: Eröffnung der Eisenbahnstrecke Ingolstadt-Eichstätt-Treuchtlingen; 1885 Eichstätt/Bahnhof-Eichstätt/Stadt (bis 1934 Schmalspurbahn), 1898 Eichstätt-Kinding (bis 1930/32 Schmalspurbahn), die meisten Nebenstrecken ab 1953.

 

1880: Am 28. März fährt der Mechaniker Franz Kohlbrand erstmals mit einem selbst gebastelten Fahrrad durch Eichstätt.

 

1886: Der Historische Verein Eichstätt wird gegründet und errichtet ein Museum auf der Willibaldsburg.

 

1889: Am 1. Januar Eröffnung des Wasserwerks und der zentralen Wasserversorung für Eichstätt.

 

1897: Baubeginn der neuen Infanteriekaserne beim Ochsenkeller; jetzt Unterkunft der Bayerischen Bereitschaftspolizei.